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Fragen an Rainer Brüderle


Warum sind Sie in die Politik gegangen?

Ich möchte gestalten, verändern und mitentscheiden. Es gibt nichts Befriedigenderes , als Probleme zu lösen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Was ist für Sie liberal denken und handeln?
In allen Bereichen gegen Egoismus und für die Freiheit zur Verantwortung zu kämpfen.

Wer hat Sie politisch beeinflusst?
Wirtschaftspolitische Einflüsse kommen von Walter Eucken, dem intellektuellen Vater der Sozialen Marktwirtschaft, aber auch von Karel van Miert und Frits Bolkestein, weil sie für Freiheit und Wettbewerb in Europa gekämpft haben. Nicht zu vergessen natürlich Hans-Dietrich Genscher.

Welches Projekt liegt Ihnen aktuell am Herzen?
Europa und eine stabile Währung sind es in meinen Augen wert, mit vollem Einsatz dafür einzutreten. Denn Europa ist mehr als nur eine bloße Interessengemeinschaft, ein Staatenbündnis, ein Militärbündnis und ein großer Binnenmarkt. Es ist die Idee vom friedlichen Europa, die Idee der grenzenlosen Freiheit im Geistesleben, der Gleichheit im Rechtsleben und der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Diese Idee reicht geistig und weltbürgerlich weit über die Grenzen des Kontinents hinaus.

Mit welchem Manager würden Sie gerne für eine Woche tauschen?
Für mich sind Forschung und technologische Innovation der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Daher könnte ich mir diese Branche für einen Tausch vorstellen. Spannend wäre sicherlich auch die Energiewirtschaft. Vom tiefgreifenden Strukturwandel bis hin zu intensiven Wachstumsschüben bieten sich hier viele spannende Projekte.

Was ist für Sie Heimat?
Heimat ist für mich mehr als nur der Geburtsort. Es ist ein unerschütterliches Lebensgefühl, geprägt durch Familie, Sprache, Landschaft und Erinnerungen. Wer nicht weiß, woher er kommt, kann auch nicht wissen, wohin er will.

Wie können Sie am Besten entspannen?
Mit guten Freunden bei gutem Essen und gutem Wein aus Rheinland-Pfalz.

Wo und wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Meine Eltern hatten ein kleines Textilgeschäft in Landau in der Pfalz. Früher war es üblich, dass die Kinder im familieneigenen Betrieb mithalfen. Bei mir fing das an, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Da habe ich zum Beispiel oft eine Auswahl von verschiedensten Waren austragen müssen. Dafür habe ich meistens zehn oder zwanzig Pfennige bekommen. Das Geld habe ich eisern gespart. Als ich älter war, durfte ich an Weihnachten mit an der Ladenkasse stehen. Darauf war ich sehr stolz. Das war eine große Verantwortung, denn die Kasse musste stimmen. Weil unser Geschäft klein war, mussten wir flexibel sein. Das ist mir bis heute eine Lehre.

Welchen Beruf wollten Sie als Kind ergreifen?
Ich wollte Tierarzt werden.

Wie halten Sie sich fit?
Mit Sport und gesunder Ernährung.

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